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Die Geschichte unseres Unternehmens beginnt vor 100 Jahren in einem kleinen Laden im oberpfälzischen Reuth. Von dort versandte der gelernte Zimmermann Josef Witt seine ersten Textilwaren, bevor er 1913 ins benachbarte Weiden zog. Aus dem Ein-Mann-Betrieb des Jahres 1907 ist heute ein international tätiges Unternehmen mit rund 2.300 Mitarbeitern geworden. Die Witt-Gruppe ist mit fünf Marken in sechs Ländern aktiv und einer der führenden europäischen Mode-Versandhändler auf dem Zukunftsmarkt „50 plus“.
Wenig erinnert auf den ersten Blick an die bescheidenen Anfänge und doch ist unser Unter nehmen bis heute dem Erfolgsrezept des Firmengründers treu geblieben: Wie Josef Witt vor 100 Jahren wissen wir genau, was unsere Kunden wünschen, und bieten ihnen individuellen Service, erstklassige Passform und Größenauswahl und ein weit überdurchschnittliches Qualitäts-Preis-Verhältnis. Diese Grundsätze ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte von WITT WEIDEN, die aufs Engste mit der Geschichte des Versandhandels in Deutschland verwoben ist.
Im Jahr 1907 stieg der gelernte Zimmermann Josef Witt in den Handel ein und übernahm den Kolonialwarenladen seiner Schwester im oberpfälzischen Reuth. Zu Kaffee und Kakao gesellten sich bald Knöpfe und Stoffe – Grundstein für eines der ersten Textilversandhäuser des Königreichs Bayern.
Mit intelligenten Geschäftsideen baute Witt sein Unternehmen innerhalb weniger Jahre zu einem erfolgreichen Textilversand aus und übersiedelte 1913 nach Weiden. Doch erst mit dem Ende des Ersten Weltkriegs begann der Aufstieg von Witt Weiden zum Großversand.
In den „goldenen“ 1920er Jahren baute Josef Witt sein Unternehmen zielstrebig aus, indem er Spinnereien, Webereien und Fertigungsbetriebe angliederte. Aus dem Textilversender wurde nun auch ein Textilfabrikant. Selbst in der Weltwirtschaftskrise um 1930 wuchs das Unternehmen weiter und entwickelte sich bis Mitte der 1930er Jahre zum führenden Versandhaus in Deutschland.
Doch schon bald nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten sah sich Witt Weiden unter Druck gesetzt. Die neuen Machthaber unterwarfen den Versandhandel und die Textilindustrie, insbesondere Witt Weiden, erheblichen Beschränkungen. Während des Zweiten Weltkriegs geriet Witt Weiden in eine existenzbedrohende Krise: Die meisten wittschen Produktionsbetriebe wurden stillgelegt, der Versand kam fast zum Erliegen und die Mitarbeiterzahl sank rapide. Gegen Ende des Krieges wurde ein Teil der Unternehmensgebäude beschädigt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs liefen die Geschäfte von Witt Weiden nur schleppend an. Mit der Teilung Deutschlands verlor das Unternehmen nicht nur die Fabriken und Kunden im Osten des Landes, sondern auch seine zentrale geografische Lage. Erst der auf die Währungsreform von 1948 folgende Wirtschaftsaufschwung im Westen ließ das Versandhaus wieder wachsen. Josef Witt investierte in die Modernisierung von Datenverarbeitung und Produktion, nahm jedoch keine grundlegende Neuorientierung des traditionsreichen Unternehmens vor. Als er 1954 starb, führten seine Frau Monika und sein Sohn Dr. Josef Witt die Geschäfte weiter.
Nach dem Tod von Monika Witt im Jahr 1959 übernahm ihr Sohn Dr. Josef Witt das Unternehmen. Er begann mit Elan: Mit neuen Ideen in der Werbung, der Modernisierung von Datenverarbeitung und Logistik, dem Aufbau einer Ladenkette sowie der Erweiterung des Sortiments versuchte er, dem Unternehmen neuen Schwung zu geben. Auch trennte er sich von veralteten und unrentablen Produktionsstätten. An der Grundausrichtung des Unternehmens aber änderte Dr. Josef Witt wenig. Zudem führte er die begonnenen Reformen nicht konsequent durch. Die Strukturen im Unternehmen verkrusteten. Witt Weiden wuchs zwar in den 1960er und 1970er Jahren, aber bei weitem nicht so schnell wie die Konkurrenz. Anfang der 1980er Jahre ließen strategische Fehler bei der Sortiments- und Preispolitik die Umsätze einbrechen.
Die Probleme waren ohne fremde Hilfe nicht mehr zu lösen. Fast 80 Jahre nach
ihrer Gründung suchte die Firma Witt nach einem Käufer.
Die Tage von Witt Weiden als eigenständiges Familienunternehmen waren gezählt, eine Rettung aus eigener Kraft nicht mehr möglich. Dr. Josef Witt akzeptierte diese Tatsache und suchte einen Käufer, der bereit war, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten und den Standort Weiden zu erhalten.
Diese Voraussetzungen erfüllte die zum Otto-Konzern gehörende Schwab AG, die 1987 das Weidener Traditionsunternehmen übernahm. Unter neuer Führung gelang das zuvor Unmögliche: Witt Weiden passte das Sortiment dem Geschmack seiner Kunden an und erwirtschaftete fast aus dem Stand Gewinne. Die Umsätze stiegen von Jahr zu Jahr, Investitionen waren wieder möglich. Der frische Wind und der neue Geist motivierten auch die Mitarbeiter. Die Wiedervereinigung Deutschlands sorgte für zusätzliche Impulse. Witt Weiden hatte die Wende geschafft.
Das rasante Wachstum der ersten Jahre im Otto-Konzern ging auch in den 1990er Jahren weiter. Das Erfolgsrezept: fortgesetzte Stärkung der Kernkompetenz und schrittweise Erschließung neuer Geschäftsfelder.
Dazu gehörte der Eintritt in neue Märkte in Europa sowie die Gründung neuer Marken. Das Unternehmen setzte dabei auf bewährte Strategien: Die Kosten fest im Blick investierte die Geschäftsführung mit Vorsicht und Weitsicht in Geschäftsfelder, in denen das Know-how des Traditionsunternehmens zum Tragen kam. Auf diese Weise wuchs die Witt-Gruppe auch in den schwierigen Jahren nach der Jahrtausendwende und gehört heute zu den erfolgreichsten Spezialversendern Deutschlands.